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Wochenpost 2
Freitag, 20. Januar 2017
Johanna-Ruß-Schule, Siegen
0271-23313 • www.foerderschule-siegen.de

„Ein Sommernachtstraum“

von William Shakespeare wird von der 8. Klasse der Freien Waldorfschule Bergisch Gladbach aufgeführt.

Öffentliche Aufführungen sind am

Samstag, der 04.02.2017, 19.30 Uhr und

Sonntag, der 05.02.2017, 18.00 Uhr

in die Aula der Freien Waldorfschule Bergisch Gladbach, Mohnweg 13.

Artikel zu den Drei Königen

Die drei Könige und der Terror

Schaut man sich im neuen Jahr auf der Suche nach würdigen Führungspersönlichkeiten um, so ist man zunächst enttäuscht über die vielen Politiker, die persönliche Schwächen haben, unverständliches Zeug reden, die Tatsachen schönreden oder gar ihr Wort nicht halten. Als Wähler verlangen wir zu Recht bestimmte königliche Qualitäten von einem Politiker wie Weitsicht, Bürgernähe und Zuverlässigkeit. Gerade diese drei Qualitäten eines jeden wirklich erwachsenen Menschen symbolisieren die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie werden in der christlichen Tradition Kaspar, Melchior und Baltasar genannt. Sie können für jeden von uns ein Vorbild sein.

Die erste Fähigkeit einer echten Führungspersönlichkeit ist die geistige Klarheit. Dazu gehört, dass ich den Tatsachen ins Auge sehe, ein echtes Interesse an all den Menschen habe, für die ich verantwortlich bin, und einen gewissen Weitblick über die Probleme des Alltags hinaus entwickele. Wenn ein Chef einen Mitarbeiter lobt, weil dieser ein schwieriges Problem löst, mit anderen Worten diesem seine Wertschätzung entgegenbringt, ist das ein Zeichen für einen guten Führungsstil. Das Zeichen für eine weise Führung eines Landes und die Wertschätzung des Volkes zu ihrem Herrscher ist traditionell eine goldene Krone. Der erste Weise aus dem Morgenland, Melchior, schenkt dem Kind also seine Wertschätzung, das Gold.

Die zweite Fähigkeit einer guten Führungspersönlichkeit ist die Bereitschaft zum Gespräch. Dazu gehört, dass ich dem Anderen zuhören kann und mich in ihn hineinversetzen kann. Genauso wichtig ist aber auch, das eigene Anliegen dem Gegenüber in passenden Worten verständlich zu machen, ohne dass dieser an die Decke geht, natürlich auch die Bereitschaft unbequeme Tatsachen auf den Tisch zu bringen und bei wichtigen Dingen nicht vom richtigen Kurs abzuweichen. Von einem guten Chef erwarten wir, dass er respektvoll mit seinen Mitarbeitern umgeht. Ein solcher Chef trägt als Vermittler entscheidend zum guten Betriebsklima, das heißt zum Frieden und damit zum Erfolg des Unternehmens bei. Menschen, die nicht auf ihre eigene innere Stimme und die Stimme ihrer Mitmenschen hören wollen,

handeln gewissenlos, das heißt dem Allgemeinwohl zuwider. Solchen Menschen, die aus der Stimme ihres Gewissens angemessen handeln, verdienen unseren Respekt.  Der zweite König, Baltasar, ist ein Priesterkönig, das heißt ein Vermittler zwischen Mensch und Gott, aber auch ein Verantwortungsträger, der den goldenen Mittelweg zwischen kulturellen Idealen (z.B. Grundgesetz) und den Herausforderungen des Alltags zu gehen versucht. Er hat großes Vertrauen in eine Führung durch höhere Mächte. Er bringt dem Kind als Zeichen seiner Ehrfurcht, als Zeichen seines Respektes, den Weihrauch als Geschenk dar.

Aller guten Dinge sind drei. Die letzte der drei Fähigkeiten ist die Glaubwürdigkeit oder Zuverlässigkeit, kurz gesagt der gute Wille. Der zeigt sich meistens erst nach der Wahl, das heißt nachdem ich mich für einen neuen Mitarbeiter, für einen neuen Partner oder für einen neuen Job entschieden habe. Erfüllt derjenige, dem ich mein Vertrauen geschenkt habe, wirklich die eigenen Erwartungen? Steht er tatsächlich zu dem, was er versprochen hat? Oder stellt sich sehr bald heraus, dass der Vertragspartner unpünktlich, eigensinnig und nachlässig ist? Ein Mensch, der die Dinge, die er anpackt, auch mit der nötigen Tatkraft und Ausdauer erfolgreich umsetzt und Probleme geistesgegenwärtig und kreativ löst, kann seine Mitarbeiter und Partner begeistern und mitreißen. Er findet oft intuitiv die richtige Lösung und trägt durch seine Hilfsbereitschaft entscheidend zur Verbesserung und zur Wandlung bei. Kaspar, der dunkle König, schenkt dem Kind Myrrhe, ein Heilmittel, damit es selbstlos und heilsam in der Welt wirken kann und ein Heiland sein kann.

Herodes dagegen zeigt uns, was aus einem Menschen wird, der diese Grundsätze missachtet. Er handelt kurzsichtig, er zweifelt und misstraut, ist also blind. Er bekommt Angst um seine Krone, ist unruhig und verzweifelt, also ohne Frieden, bringt seine Berater und die Stimme des Gewissens zum Schweigen. Er wird wütend, verliert die Kontrolle über sich selbst und lässt einen sinnlosen Massenmord begehen. Danach versinkt er in Depression und Apathie, sein guter Wille ist gelähmt. Fühlt sich ein Mitarbeiter ungerecht behandelt, entwickelt er ebenso innere Wut oder verliert die Lust am Arbeiten. Jeder von uns hat ja Herodes-Qualitäten. Diese zu entdecken ist nicht immer leicht, erfordert den Mut zu einer klaren Selbsterkenntnis oder die Fähigkeit konstruktive Kritik anzunehmen.  Aber dies ist nur der erste Schritt. Den ohne echte Reue und Vergebung kann man Wunden nicht heilen und Frieden wiederherstellen. Und zuletzt kommt es auf den guten Willen an, der darüber entscheidet, ob man das, was man sich fest vorgenommen hat, auch auf den Boden der Tatsachen bringt. 

Die Terroranschläge, die sich in der letzten Zeit in Deutschland ereignet haben, wurden von Menschen verübt, die wie Herodes die Stimme ihres Gewissens zum Schweigen gebracht haben und sinnlos unschuldige Menschen getötet haben. Solche grausamen Taten lassen sich sicher nicht mit Vergeltungsschlägen, Waffen und Beton verhindern, denn eine offene und freie Gesellschaft ist und bleibt verletzlich. Sie können uns nachdenklich machen und uns dazu auffordern, im eigenen Leben und in der Politik eine Kultur der Wertschätzung, des respektvollen Meinungsaustausches und der gegenseitigen Anteilnahme bzw. der Glaubwürdigkeit zu entwickeln. Sie fordern uns auch dazu auf, innere Wut und Apathie zu erkennen und zu verwandeln, wie zum Beispiel durch ein offenes Gespräch oder das Annehmen von Hilfe. Die drei königlichen Qualitäten der Klarheit, Ausgeglichenheit und Zuverlässigkeit sind in folgendem Bibelzitat enthalten: „ Geoffenbaret sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind“ (Lucas 2,14).

Peter Kaufmann


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