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Was kommt nach der Schule?

Die Orientierung auf die Zeit nach der Schule durchzieht unsere Pädagogik und unser Schulleben. Alle Lehrinhalte sind letztlich darauf ausgerichtet, dass wir unsere Schülerinnen und Schüler als lebenstüchtige, selbstbewusste junge Erwachsene entlassen dürfen, die ihren Platz im Leben finden können.

Aber wo ist der richtige Platz? Unsere Gesellschaft unterscheidet den ersten, regulären Arbeitsmarkt vom zweiten, öffentlich unterstützten Arbeitsmarkt, zu dem neben den bisherigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) unter anderem die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) gehören.

Um einen Arbeitsplatz – oder zunächst den entsprechenden Ausbildungsplatz – auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, müssen sich unsere Schulabgänger der Konkurrenz mit ihren Altersgenossen stellen – oder potentielle Arbeitgeber anders überzeugen. Eine weitere Möglichkeit ist die Inanspruchnahme von Arbeitsassistenz.

Die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) bieten Arbeitsplätze in geschütztem Rahmen in sehr verschiedenen Arbeitsbereichen. Neben den traditionellen einfachen Montagearbeiten für die Industriezulieferung gibt es heute viele Außenarbeitsplätze oder Außenarbeitsgruppen z.B. im Gartenbau, in der Gastronomie oder im Handwerk.

Die Frage, welcher Abschluss an unserer Schule erreicht werden kann, richtet sich natürlich nach den individuellen Leistungen des betreffenden Jugendlichen. Der Abschluss sollte, angesichts der Konkurrenz einerseits und der Alternativen andererseits, nicht überbewertet werden. Der Wunsch nach dem Hauptschulabschluss wird kontraproduktiv, wenn er über übertriebenen Leistungsdruck zu Lernblockaden führt. In diesem Spannungsfeld bieten wir unseren Jugendlichen folgende zwei Möglichkeiten:

  • Zum Abschluss der 12. Klasse erhält jeder Schüler ein schuleigenes ausführliches Berichtszeugnis, das die erreichten Leistungen dokumentiert.
  • Als staatlich anerkannten Schulabschluss bieten wir den einfachen Hauptschulabschluss („Hauptschulabschluss nach Klasse 9“) an. Der Hauptschulabschluss wird ohne zentrales Prüfungsverfahren erworben. Nach einer vom Klassenlehrer verfassten Abschlussprüfung, der die Inhalte in Deutsch und Mathematik aus den vergangenen zwei Jahren zugrunde liegen, wird dieser Abschluss in Form eines Notenzeugnisses erteilt. Die Noten beziehen sich auf die schriftlichen und mündlichen Leistungen des Schülers des vergangenen Jahres und werden nach den allgemeinen Richtlinien (Richtlinien und Beispielplan für die Schule für Lernbehinderte in NRW) erteilt. Zudem ist ein Vermerk über den erteilten Unterricht in einer Fremdsprache in den letzten beiden Jahren notwendig,. Dieses Notenzeugnis wird der Bezirksregierung zugesandt und von dort mit einem Gleichwertigkeitszertifikat versehen.

Wichtig ist uns die langfristige Vorbereitung auf die zu treffenden Entscheidungen. Diese Vorbereitung ist auf enge Kooperation des betreffenden Jugendlichen, vor allem aber natürlich seiner Erziehungsberechtigten, mit uns sowie mit verschiedenen Organisationen (z.B. Integrationsfachdienst) angewiesen. Zu dieser Vorbereitung gehört:

  • Auf einem Sonder-Elternabend in der jeweiligen 7. Klasse wird der Ablauf der Oberstufe und die Vorbereitungen auf den nachschulischen Bereich erörtert. Dazu wird ein Mitglied der Oberstufenkonferenz gesondert auf dem Elternabend sprechen.
  • In der Klasse 10 finden sogenannte individuelle „Schullaufbahngespräche“ statt. In ihnen werden (unter teilweiser Einbeziehung des jeweiligen Jugendlichen) der bisherige Werdegang des Schülers, die momentane Situation, der Verlauf in der Oberstufe und die verschiedenen nachschulischen Möglichkeiten besprochen. Hier kann im Einzelfall auch schon die Entscheidung zum Anstreben des Hauptschulabschlusses getroffen werden.
  • In den Klassen 11 und 12 werden im Rahmen von Elternabenden Vertreter von Einrichtungen und Organisationen (u.a. Agentur für Arbeit, Integrationsfachdienst, WfbM-Einrichtungen) eingeladen, um die Möglichkeiten für die Schüler darzustellen und für Fragen zur Verfügung zu stehen.
  • Generell gibt es öfters Gelegenheiten, nachschulische Einrichtungen kennen zu lernen. Wir weisen in der Wochenpost auf entsprechende öffentliche Veranstaltungen hin. Auch von Eltern oder Lehrern organisierte gemeinsame Exkursionen werden angeboten.
  • Die oben erwähnten Praktika im Lauf der verschiedenen Jahre bieten die Möglichkeit für die Jugendlichen, die eigenen Kräfte im Hinblick auf spätere Tätigkeit zu erproben sowie (insbesondere im Betriebspraktikum) entsprechende konkrete Kontakte zu knüpfen. Das Betriebspraktikum sollte diesbezüglich von Eltern und Lehrern begleitet und nachbereitet werden.
  • Wir stehen in ständigem freundschaftlichen Austausch insbesondere mit zwei anthroposophisch orientierten nachschulischen Einrichtungen in unserer Region: mit der aus unserer Elternschaft hervorgegangenen ländlichen Einrichtung Hand in Hand e.V. in Bad Berleburg-Aue, sowie mit der Lebensgemeinschaft Eichhof in Much (Bröltal).

Ein Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt (gegebenenfalls mit Arbeitsassistenz) und ein selbstständiges Wohnen ist sicherlich nicht für jeden unserer abgehenden Jugendlichen die optimale Lösung. Für viele unserer Abgänger bieten die waldorfpädagogisch-anthroposophisch orientierten Einrichtungen passende Wohn-, Arbeits- und Lebensorte. Die Einrichtungen in Deutschland sind beim Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V. verzeichnet.


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